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Pluto kein Planet mehr?
Was bedeutet das für die Astrologie?

Von Dieter Koch

Schon bald nach seiner Entdeckung im Jahre 1930 begann man zu zweifeln, ob es sich bei Pluto um einen echten Planeten handelt. Zum einen ist er äußerst klein, sogar deutlich kleiner als unser Mond. Zum andern umläuft er die Sonne auf einer sehr ungewöhnlichen Bahn, die eher derjenigen von Asteroiden gleicht. Doch da Pluto der einzige kleine Himmelskörper dort draußen war, ließ man ihn einstweilen als Planeten gelten. Im Laufe der letzten Jahre sind nun im äußeren Sonnensystem jenseits von Neptun etliche neue Himmelskörper entdeckt worden. Viele von ihnen haben ähnliche physikalische Eigenschaften wie Pluto und umkreisen die Sonne sogar auf Bahnen, die der Bahn Plutos ähneln. Sie alle sind von Anfang an als Asteroiden klassifiziert worden. Schon seit einigen Jahren ist daher bei vielen Astronomen die Auffassung gewachsen, daß Pluto in Wahrheit gar kein Planet, sondern ein sogenannter Asteroid sei.

Zu einem echten Problem geworden ist diese Frage vor etwa drei Jahren, als zum ersten Mal ein transneptunisches Objekt entdeckt wurde, das etwas größer ist als Pluto, mit der Bezeichnung 2003 UB313.

Er hat den provisorischen Namen Xena (griechisch die Fremde oder die zu Gast ist) erhalten und ist zur Zeit etwa dreimal so weit von der Erde entfernt wie Pluto. Da Pluto im Jahre 2003 noch als Planet galt, zogen manche Astronomen daraus den Schluß, daß UB313 der zehnte Planet sei. Doch andere forderten, daß die Entdeckung von UB313 nun eine Degradierung Plutos zum Asteroiden erzwingt. Diese Ansicht scheint sich in Prag nun durchgesetzt zu haben, wenigstens ein Stück weit. Am 24. August hat die Internationale Astronomische Union (IAU) bei ihrer Generalversammlung in Prag den Begriff Planet erstmals eindeutig definiert und eine neue Klassifizierung der Himmelskörper festgelegt.

Die neue Sprachregelung ist nun wie folgt:

  • Echte Planeten gibt es acht: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun
  • Daneben gibt es eine Anzahl von Zwergplaneten (dwarf planets). Zu ihnen gehören Pluto, 2003 UB313 und die zwischen Mars und Jupiter kreisende Ceres.
  • Welche der bekannten Himmelskörper sonst noch dazu gehören, wird in den kommenden Monaten entschieden.
  • Die übrigen die Sonne umlaufenden Himmelskörper, wie Asteroiden und Kometen, gelten nun also small solar system bodies.

Pluto (Hades)Viele Astrologieinteressierte stellen sich besorgt die Frage, welche Folgen die Degradierung Plutos für die Astrologie hat. Muß Pluto nun aus der Horoskopdeutung ausgeschlossen werden? Muß man ihn anders deuten? Sind die Astrodienst-Horoskopdeutungen jetzt noch gültig?

Um es gleich vorwegzunehmen: Derartige Sorgen sind unbegründet. Die Erkenntnisse, die Astrologen über die astrologische Wirkung Plutos seit 1930 gewonnen haben, werden dadurch nicht angetastet. Seine Bedeutung im Horoskop bleibt dieselbe. Die Horoskope von Astrodienst bleiben gültig.

Die Entscheidung der Astronomen, daß Pluto kein Planet mehr sei, ist auch gar nicht als eine neue Erkenntnis zu werten, die unser Wissen über Pluto schlagartig revolutionierte. Vielmehr handelt es sich um eine Art offizielle Sprachregelung der Astronomen. An Plutos Natur oder an unserem Wissen über ihn hat sich damit nichts geändert. Geändert hat sich allenfalls die Art und Weise, wie wir ihn im Zusammenhang mit den anderen Himmelskörpern einschätzen.

Es ist aber denkbar, daß einige Astrologen gerade aus dieser neuen Beurteilung Plutos im Rahmen des Sonnensystems Konsequenzen ziehen. Vielleicht werden einige tatsächlich nicht mehr mit Pluto arbeiten. Es gibt ja sogar Astrologen, die nicht einmal Uranus und Neptun verwenden, sondern nur die klassischen Planeten, die von Auge (also ohne Teleskop) sichtbar sind und schon in der Antike bekannt waren. Doch auf Pluto werden nur sehr wenige Astrologen verzichten wollen. Zu wichtig sind die astrologischen Prozesse, die er auslöst. Eher noch ist es denkbar, daß etliche Astrologen nun beginnen, auch weitere Zwergplaneten in die Horoskopdeutung einzubeziehen, z.B. eben UB313, Ceres und andere. Allerdings sind diese Himmelskörper astrologisch noch nicht sehr gut erforscht. Von UB313 weiß man noch so gut wie gar nichts.

Also kein Grund zur Beunruhigung für Astrologen und astrologisch Interessierte, aber sehr wohl ein Grund für Aufregung und weitere Forschung!

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