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Personare

Multiple Persönlichkeiten

Dieser Artikel ist ein gekürzter Ausschnitt aus dem Buch "Personare - Die zwölf Personen im Innern der Seele" von Peter Orban und Ingrid Zinnel (Rowohlt Taschenbuch, 1992.) Eine erweiterte und überarbeitete Ausgabe unter dem Titel "Die innere Tafelrunde" ist neu bei www.astronova.com erhältlich.

Bearbeitet von Karin Hoffmann.

Danny ist sieben Jahre alt und stets auf Krawall gebürstet, ein zerstörerisches, kreischendes Ekel von Kind, das keiner leiden mag.
Rosalind, die 31-jährige, verfügt über einen weichen und melancholischen Charme, der ihr die Herzen aller zufliegen läßt. Sie hat den tastenden, tappenden Gang eines Vogels, dem die Schwingen zerschnitten sind.
Jennifer hat mit 22 Jahren mehr Männer gehabt, als sie zählen kann. Sie ist geistig zurückgeblieben und hat nur eines im Sinn: den schnellen Fick mit einem Fremden. Post coitum kann sie sich an nichts erinnern.
John, obwohl erst 34, zählt zu den erfolgreichsten Rechtsanwälten seiner Stadt. Seine juristische Logik ist bestechend, Prozessgegner fürchten seine sprachgewaltigen Plädoyers.
Der Ripper, ein altersloser sechssiebtel Blinder, ist barbarisch, grausam und böse wie ein Nachtmar. Prall vor Haß wütet er; wenn andere schlafen, mit Rasierklinge und Zigarettenglut.

Sie alle, das Plärrkind, die Warmherzige, die Nymphomanin, der Erfolgreiche and das Böse, dazu noch einige andere Charaktere von unterschiedlichster Wesensart, existieren vereint in einem einzigen Körper. Der gehört einer Rechtanwältin, die laut Paßeintrag Marianna Lipton heißt, 168 Zentimeter groß und 46 Jahre alt ist. Außer dem Umstand, daß sie zeitweise unsäglichen Seelenschmerz litt, war dies bis vor einigen Jahren alles, was sie mit einiger Sicherheit über sich zu sagen wußte.

Unerklärt waren Marianna und dem anderthalb Dutzend Therapeuten, die sie seit ihrem 19. Lebensjahr behandelt hatten, welche Kräfte an ihrem Inneren zerrten - bis der Psychiater Frank Putnam bei ihr eine seelische Erkrankung diagnostizierte, die zu den rätselhaftesten neuropsychotischen Syndromen überhaupt zählt: Multiple Personality Disorder (MPD), so nennen die Fachleute diese Art der Persönlichkeitsstörung, die schwer zu erkennen und noch schwerer zu heilen ist.

Beim MPD-Patienten ist das Ich in zahlreiche, gänzlich unterschiedlich geartete Einzelpersönlichkeiten aufgesplittert, die in ständigem Wechsel Wesen und Handeln des Kranken bestimmen - gleichsam ein gelebtes Psychodrama, mehrfältig und vielweltig, in dem der "Multiple" alle Rollen verkörpert. (DER SPIEGEL, 43.Jg. 1989], Heft 37, S. 220)

Das, was die moderne Psychiatrie als MPD beschreibt, als multiple Persönlichkeitsstörung, ist - so lautet unsere Behauptung - nicht etwa ein Sonderfall menschlich-seelischer Entwicklung, sondern nur das nach außen auffällige Erscheinungsbild dessen, was im Inneren eines jeden von uns vorzufinden ist. Jeder hat diese multiplen Persönlichkeiten in sich, nur sind sie nicht derart exzessiv und obsessiv in eine Feindschaft zueinander getreten. Sie beeinflussen bei den meisten Menschen eher unauffällig den ganz normalen Alltag.

Es mag verwundern, wenn wir behaupten, daß der einzelne Mensch aus verschiedenen Persönlichkeiten besteht, hat sich der Leser doch eben erst mühsam angewöhnt, zu glauben, daß der Weg des Menschen der Weg in die Einheit sei. Das glauben wir auch. Dennoch: Der heutige Mensch ist nicht nur schizophren, sondern polyphren, und es hat kaum Aussicht auf Erfolg, die Einheit herbeizusehnen, wo man nicht bereit ist, sich vorher in aller Deutlichkeit die eigene Zersplitterung anzuschauen. Unsere Theorie handelt also nicht von dem einen sichtbaren Menschen, sondern vom unsichtbaren Menschen oder von der Seele des Menschen, und die ist vielfach. Hier wollen wir den Spuren dieses Vielfachen folgen.

 

Was ist ein Personar?

Das Horoskop - Bühne des LebensDas Geburtshoroskop ist ein "Drehbuch des Lebens", das mir einen genauen Überblick über mein Stück liefert. Übersetzen wir das Horoskop-Bild in ein Bühnen-Bild, so wird aus dem Kreis des Horoskops der Kreis der Bühne, und aus den Planeten werden Personen.

Jede einzelne Person in diesem Stück hat eine ganz eigene Geschichte, hat eigene Energien, eigene Bedürfnisse, hat Schwächen und Stärken, eigene körperliche Reaktionen. Und jede Person verfügt über einen eigenen Weg, durch ihr (also durch mein) Leben zu gehen, und ebenso über einen eigenen Weg zur Bewußtwerdung.

Im Geburtshoroskop liegen diese zwölf Personen gleichzeitig vor meinem betrachtenden Auge. Wir wollen jetzt einen weiterführenden Weg vorstellen. Wir schauen jetzt nicht mehr auf das Ganze, sondern betrachten seine Teile. Wir wollen dabei immer bedenken, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Und wir behalten im Bwußtsein, daß wir das, was wir jetzt tun, nur vorübergehend tun. Aber wir tun es dennoch.

Wir erlernen eine Methode, einzelne der inneren Personen herauszugreifen und sie eine Zeitlang unabhängig von den anderen anzuschauen. Über diese Einzelperson erhalten wir aus dem Radix nur die Informationen, in welchem Haus und welchem Tierkreiszeichen sie steht (und welche Beziehungen sie mit den anderen unterhält). Diese Information ist spärlich. Deshalb werden wir jetzt einen Schritt tun, der auf den ersten Blick unerhört klingt: Wir werden für diese Person ein ganz eigenes Horoskop erstellen.

Die Sonne bringt es an den TagDie einzelnen Personen haben auch Geburtsdaten, d.h. sie müssen das "Licht der Welt" erblicken. In diesem Satz liegt bereits das Geheimnis ihrer Geburt. Sie werden in dem Moment geboren, in dem die Sonne, die mich (also mein äußeres Leben) ans Licht gebracht hat (z.B. 22.8.62, 13h22), das erste Mal über diese Person hinwegschwebt und sie damit "ans Licht" bringt. Steht der Mars in diesem Horoskop auf 26 Grad 42 Minuten Wassermann, so erreicht die Sonne den "Krieger" am 3.2.63 um 1h32. Damit habe ich die Daten, die ich für ein eigenes Horoskop benötige: das Geburtsdatum des "Kriegers".

Mars PersonarWir nennen dieses Horoskop ein "Personar". Einerseits beschreibt dieses Horoskop eine meiner inneren "Personen", zum anderen ist dieses Wort "per-sonare" verbunden mit dem Bild des "Durch-Tönenden". Jede der inneren Personen tönt durch das Gesamt der anderen Personen hindurch. Sie gibt der ganzen Gestalt einen besonderen Ton. Einen eigenen Ton!

Die Person hat - einen eigenen Aszendenten - einen Herrscher von Haus 1 - einen Sonnenstand, der immer die Hauptrolle spielt (denn die Sonne steht dort, wo vorher Mars stand) - wieder 12 Personen (!) - einen eigenen MC.

Man behandelt dieses Horoskop wie ein ganz normales Horoskop, wobei wir natürlich beachten, daß es nicht mein Horoskop ist, sondern das Horoskop dieser einen Person in mir. Wir müssen uns also davor hüten, dieses Horoskop für das Ganze zu nehmen.

Personare sind Horoskope von eigenständigen Personen - wir können es nicht oft genug betonen. Personen in mir. Das Geburtshoroskop ist das Horoskop der wichtigsten inneren Person, meiner Sonne. (Die deshalb auch kein eigenes Personar mehr bekommt, denn jenes Horoskop, das diese Person erhält, nachdem die Sonne - ein Jahr nach der Geburt - wieder über ihren alten Standort läuft, nennt man ein Solar). Alle anderen inneren Personen werden im Geburtshoroskop auf den zweiten Rang verwiesen.

Personare sind Horoskope, die die neben der Sonne anderen Personen jetzt ganz gezielt eine Zeitlang in den Rang von Hauptdarstellern erheben. Sie nehmen diese Personen ernster als das Radix das tut. Wir finden es nachgerade unfair, daß auf der Bühne des Lebens nur die Hauptperson eine eigene Biographie erhält und nur ihr Leben beschrieben wird (in dem die anderen Personen Nebenrollendarsteller sind). Und so geben wir hier eine Technik weiter, die dem Leser ermöglicht, auch seinen anderen Mitspielern eine eigene Biographie (eine Lebensbeschreibung) mit auf den Weg zu geben. Es zeigt sich dabei, daß diese Personen sehr zu Unrecht so lange vernachlässigt wurden, ja, daß auch Sie ein

 

Zwölf (archetypische) Personen

Unser Personarsystem besteht aus zwölf inneren Personen. Diese zwölf können aber untereinander Verbindungen eingehen, und diese Verbindungen bilden wieder eigenständige Persönlichkeiten. Wenn nur jeder einzelne Archetypus, jede einzelne Person mit einem anderen Archetypus eine Verbindung eingeht, so haben wir schon 66 verschiedene Einzelpersönlichkeiten. (Und bei Dreierverbindungen geht die Mischungszahl schon 220.)

Hier sind unsere zwölf Personen:

Person 1: "Der Krieger"
Wenn ich wissen will, wie es um die Kraft meines Kriegers bestellt ist, wie ich mich in der Welt aggressiv behaupten und durchsetzen kann, wie meine Art des Kampfes ist, ob ich feige oder mutig bin, wofür ich kämpfe und mit welchen Mitteln - dann mache ich mein Mars-Personar.

Person 2: "Die Schöne"
Wenn ich wissen will, wie es um meine Sicherheit oder Unsicherheit, meinen Wert, meine Sinnlichkeit, den Lust-Aspekt meiner Sexualität und ganz allgemein meine Genußfähigkeit bestellt ist - dann mache ich mein Venus- Personar.

Person 3: "Der Intellektuelle"
Wenn ich wissen will, wie es um meine Beweglichkeit im Außenraum mit Hilfe der Gesten und der Sprache, um meine Funktionalität, um meine kommunikative Kompetenz, meine Intelligenz, um meine Darstellung nach außen aussieht - dann mache ich mein Merkur-Personar.

Person 4: "Die Mutter" ("Das kleine Kind")
Wenn ich wissen will, wie es um meine Weiblichkeit, meine Gefühle, das kleine Kind in mir und meine Geborgenheit bestellt ist, also um den weiblichen Teil meiner Seele, so mache ich mein Mond-Personar. Dieses Personar betrachten wir (neben dem Radix) als das wichtigste Aussageinstrument über das Innere eines Menschen.

Person 5: "Der Held" ("Der Vater")
Wenn ich wissen will, wie es um meine Lebendigkeit, um mein Ego, um die Lebenskraft in mir bestellt ist, so müßte ich mein Sonnen-Personar erstellen. Aber dieses Personar habe ich bereits: es ist mein Geburtshoroskop!

Person 6: "Die Vernunft" ("Der Mahner")
Wenn ich wissen will, wie die Art meiner Auseinandersetzung mit den Notwendigkeiten und Zwängen des Lebens, an welche Gegebenheiten ich mich notgedrungen anpassen und die ich als gegeben akzeptieren muß, mache ich das Personar meines Merkur (das identisch mit dem Personar der dritten Person ist).

Person 7: "Der Andere"
Wenn ich wissen will, wie meine Hinwendung zu anderen Menschen, zu Partnern und zur Welt sich gestaltet, so muß ich mein Venus-Personar zeichnen (wie bei der zweiten Person).

Person 8: "Der Fanatiker"
Wenn ich wissen will, wie meine Auseinandersetzung mit den Dämonen, mit dem Gott der Unterwelt, mit den Kräften, die mich vom Leben abhalten wollen, aussieht, so mache ich das Pluto-Personar.

Person 9: "Der Philosoph"
Wenn ich wissen will, wie es um die Sinnhaftigkeit meines Lebens steht, um das Amt des Therapeuten in mir, um die Art, wie die "religio" in meinem Leben beheimatet sein soll, so mache ich das Jupiter-Personar.

Person 10: "Der Alte" ("Der Gesetzesvertreter" )
Wenn ich wissen will, wie es um mein "Gesetz" bestellt ist, jenes Segment im Leben, in dem ich einen höheren Auftrag zu verkörpern habe, was das Schicksal mich lehren möchte (und was ich eigentlich nicht lernen möchte), wie meine Berufung geartet ist, dann mache ich mein Saturn-Personar.

Person 11: "Der Entbinder"
Wenn ich wissen will, in welchem Bereich meines Lebens ich Bindungen zu lösen habe, wo ich das Thema Freiheit und Unabhängigkeit zu verwirklichen in der Lage bin, so mache ich das Uranus-Personar.

Person 12: "Der Meister"
Wenn ich wissen will, an welcher Stelle meines Lebens ich einen Übergang von der Lüge zur Wahrheit vorbereiten soll, wo die Welt für mich "Maya" ist, ein Trugschluss, und ich mit Hilfe der Überwindung des Trugschlusses in die Welt hinter der Welt vordringen soll, so betrachte ich mein Neptun- Personar.

 

Das Auftreten der inneren Personen

BewußtseinsebenenDie Personen unseres Inneren befinden sich auf verschiedenen Bewußtseinsebenen. Daher treten sie in unserem Leben auch unterschiedlich in Erscheinung. Im Horoskop könnte man diese Tatsache durch eine dreidimensionale Darstellung der Lebensbühne verdeutlichen. Die mittlere Ebene zeigt die bewußten, die obere und untere die unbewußten Persönlichkeitsanteile, wobei die unbewußten Ebenen nicht auf zwei begrenzt bleiben müssen. Natürlich gibt es auch verschiedene Grade von (Un)Bewußtsein.

Aus psychologischer Sicht macht es Sinn, die folgenden vier Arten, wie die Personen unseres Inneren auftreten können, zu unterscheiden.

1. Personen, die mit Identifikationen versehen sind
Mit ihnen besteht ein Konsensus. Sie werden von mir mit Energien versehen und sind an der bewußten Auseinandersetzung mit der Welt beteiligt, werden also von mir hofiert, poliert und als Repräsentanten meines Wollens und meines Selbstbewußtseins in die Welt geschickt. Sie sind das, was man in der Diplomatie einen Botschafter nennt. Ein Land entsendet in ein anderes Land einen Stellvertreter, der durch seine gewandten Manieren und sein überlegenes Auftreten das Heimatland nach außen würdig vertreten soll. Diese Person soll Eindruck machen.

2. Personen, mit denen ich mich nicht identifiziere, deren Auftreten ich gleichwohl kenne
Sie erhalten von mir keine Identifikationen, sind keine Botschafter, denn ich behandele sie wie "persona non grata", es sind unerwünschte Teilnehmer an dem Stück. Ich weiß, daß es sie gibt, ja, ich weiß sogar, daß sie recht haben in dem, was sie sagen, und daß sie ein Recht haben, in dem Stück mitzuspielen, mehr noch versuche ich, sie, wann immer sie auftreten, schnellstens wieder abzuschieben. Sie sind als Botschafter meines Landes in Ungnade gefallen, und ich weigere mich, ihnen so viele Energien zu geben, daß Sie ihre Intentionen verwirklichen können (oft haben Sie die Figur eines "Mahners").

3. Personen, die ich nicht kenne und deren eigentliche Aufgabe "geheim", d.h. unbewußt verläuft
Sie treten mir nie offen und in ihren wahren Ansichten vor das Angesicht, sondern arbeiten still und unauffällig an ihren eigenen Interessen, und das sind zunächst einmal nicht die Interessen der bewußten Personen. Um unser Diplomatenbeispiel noch etwas zu strapazieren: Es sind Agenten des eigenen Geheimdienstes, die innerhalb der eigenen Botschaft für ein anderes Ministerium arbeiten und von deren Anwesenheit der Botschafter nicht in Kenntnis gesetzt worden ist. Diese Personen dienen also anderen Herren als mir, and das verwirrt mich oft zutiefst. Da ich von diesem Geheimauftrag nicht wissen darf und auch nichts wissen will - denn ich lehne den Geheimdienst aus Sauberkeitsgründen ab, gibt es einen Interessenkonflikt.

4. Personen, die ich nicht kenne, deren Aufgabe ebenso geheim ist wie die der Personen dritter Art und die mir ebenfalls nicht offen vor das Antlitz treten, die jedoch an meinem Untergang arbeiten
Als Bild: Es sind in meiner eigenen Botschaft Geheimagenten einer fremden Macht. Sie scheinen einem feindlichen Geheimdienst zu entstammen und sind in meinen eigenen vier Wänden damit beschäftigt, Material gegen mich zu sammeln. Material, das mich in eine körperliche Vernichtung treiben soll. Sie wollen mein Land okkupieren.

Die Personen vierter Art bilden den harten Kern dessen, was die Psychiatrie mit dem MPD-Syndrom beschreibt. Insofern finden wir bei den "Multiples" auch immer die Gefahr der Selbstvernichtung durch Selbstmord vorgegeben ja, der Selbstmord als Phänomen insgesamt scheint ein Geschehen zu sein, das von einer Person vierter Ordnung inszeniert wird. Daß er dennoch relativ selten erfolgreich ist, verdankt sich dem Umstand, daß es Personen dritter Art gibt, die ihn zu verhindern trachten. Es findet also, wie bei jedem guten Agententhriller auch, in der eigenen Botschaft ein Kampf der Agenten des eigenen Landes gegen die Agenten des fremden Landes statt, von dem der Botschafter in der Regel gar nichts mitbekommt.

Das Abgeben der inneren Personen an das Außen, an den Therapeuten in einer Psychotherapie, macht auch das Thema der sogenannten "Übertragung" (und der "Gegenübertragung") plausibel. Es wird in der Tat eine Person "hinübergetragen". Doch nicht nur hier funktioniert der Mechanismus des Abgebens. Darf eine Person (3. oder 4. Ordnung) nicht ans Licht, so kann es leicht passieren, dass sie sich im Außen - in der Projektion auf andere Menschen meines Umfeldes - manifestiert. Das Bewußtsein, daß das was mir hier entgegentritt ein Teil von mir selbst ist, hilft, die inneren Personen bewußt zu machen und ihnen ihren Platz einzuräumen.

 

Deutungshinweise

Die folgenden Empfehlungen sind lediglich Hinweise, die ein eigenes Ausprobieren erfordern und den Leser in die Lage versetzen sollen, ein unbekanntes Territorium zu erforschen: sein eigenes Inneres.

1) Die wichtigste unbewußte Person ist der Herrscher von Haus 1 aus dem Radix-Horoskop. Wer also z.B. einen Waage-Aszendenten hat, der schaue sich vordringlich sein Venus-Personar an. Das Personar des Aszendenten- Herrschers im Radix ist immer für eine Überraschung gut.

2) Das Mond-Personar gibt Auskunft über die gesamten Energien der weiblichen Seite der Seele. So wie das Geburtshoroskop eigentlich das Yang- Horoskop ist, ist das Mond-Personar das Yin-Horoskop und somit das Horoskop der anima, des weiblichen Gegenspielers. Zu ihr Zugang zu finden heißt, die Verschüttungen zu betrachten, die in ihr erfolgt sind.

3) Der Aszendent eines Personars zeigt die tiefste Stelle des Unbewußten, die diese Person in sich herauszufinden und zu durchwandern hätte. Sie zeigt bei einer unbewußten inneren Person jedoch ebenso die zum Licht drängenden Kräfte, die sich mit großem Auftrieb an die Oberfläche hinaufkämpfen wollen.

4) Die Sonne eines Personars gilt immer als Ego dieser inneren Person. Nicht als DAS Ego! Auch Saturn z.B. hat ein Ego, sprich einen Lebenswillen, der die Worte "Ich will ..." spricht. Ein Teil dieses Personar-Egos ist bereits aus dem Radix bekannt, denn die Sonne dieses Personars steht ja immer an der Stelle, an der der betreffende Planet auch im Geburtshoroskop steht. Gänzlich unbekannt ist jedoch, in welchem Haus das betreffende Personar sein Ego hat. Allein um der Haus-Ebene dieses Personar-Egos wegen, macht ein Personar seinen Sinn. Denn jetzt weiß man nicht nur, wie diese Person ihr Verhalten zu artikulieren hat, sondern auch auf welcher Ebene, also wo.

5) Das MC der Personare zeigt, welches Schicksal den einzelnen Personen hier auf Erden zugedacht ist. Es ist gleichsam die Quintessenz des Weges, der vom "Unbewußten" (Aszendent) zum "Licht des Bewußtseins" (MC) führt. Ob dieser Weg vom einzelnen zu Ende geführt wird, weiß man nicht. Ob die (jeweiligen) inneren Einzelpersonen also ins Bewußtsein gelangen, scheint eine individuelle Leistung zu sein und könnte zu tun haben mit der Intensität der entsprechenden Anstrengung.

Es will uns scheinen, daß derjenige, der alle Personen auf der Bühne seines Bewußtseins hat, seinen Weg hinieden beendet hätte. Es könnte das Gesetz gelten: Jede Person, die ich in mir gefunden habe, macht die Welt um eine Person ärmer. Ist mir das Außen der Welt keine (innere) Person mehr schuldig, so mag es sein, daß sie ihre Funktion erfüllt hat und abtreten darf.

 

Zwölf Thesen

Aus ihrer astrologischen Erfahrung und der therapeutischen Arbeit mit Klienten haben die Autoren folgende zwölf Thesen abgeleitet.

These 1: In unserem Innern befinden sich zwölf Personen am Werk, die allesamt verschiedene Bedürfnisse und Interessen haben und die ebenfalls verschiedene (von Mensch zu Mensch verschiedene) Energien zur Verfügung haben, diese Bedürfnisse auch zu verwirklichen.

These 2: Diese zwölf Personen müssen uns aus dem Außen periodisch entgegentreten. Damit wir sie im Inneren wahrnehmen können, müssen sie uns außen begegnen - nur dann beschäftigen wir uns ausreichend mit ihnen.

These 3: Die meisten der inneren Personen werden von uns nicht mit Identifikation versehen, d.h. sie sind uns fremd.

These 4: Was in meinem Inneren keine Identifikation verliehen bekommt, kann in mir schalten und walten, wie es will. Ich nehme zwar die nach außen sichtbaren Symptome dieser nicht mit Identifikation versehenen Personen wahr, aber nicht die eigentliche Person mit ihren Bedürfnissen.

These 5: Eine Person arbeitet gegen mich, heißt: Ich will ihr in meinem Bewusstsein keinen Raum geben, ich will sie in meiner Welt nicht haben. Ich versuche, ihr die Qualität "unbewußt" von mir aus zu verleihen, weil sie gegen mein Lustprinzip verstößt und damit eine Wunde für mein Ego darstellt.

These 6: Die inneren Personen bereiten ihr Auftreten in mein Leben hinein von langer Hand vor und treten nach einem gewissen Zeitschlüssel aus dem Inneren in das Äußere über. Sie tun das, wie aus These zwei ersichtlich, damit ich sie (als zu mir gehörig) kennenlernen soll an einer Stelle, an der ich auch tatsächlich in der Lage bin, sie wahrnehmen zu können. Meine Seele ist also jetzt aufnahmebereit für diese Person, wenn es auch vorab eine Situation der Ausweglosigkeit geben muß, die mich leiden läßt.

These 7: Solange ich nicht alle Personen kenne, kenne ich eigentlich keine. Es nützt also wenig zu sagen: Na, wenigstens vier Personen habe ich schon mit Identifikationen versehen. Sie sind schon auf die Haben-Seite meines Kontostandes rübergewandert. Hinter jeder bewußten Person steht mindestens eine (mitunter mehrere) unbewußte Person, die der bewußten Person unerkannt das Handeln oder Denken vorschreibt und aufzwingt.

These 8: Einige der inneren Personen können von uns deshalb nicht mit Identifikationen versehen werden, weil diese Personen selbst ein großes Interesse haben, nicht ans Licht des Bewußtseins zu gelangen. Insbesondere (innere) Personen, die in der Kindheit ein dramatisches (meist sexuelles) Trauma durchlaufen haben, entziehen sich aus psycho-dynamischen Gründen einer Aufdeckung auf das Heftigste. Diese Personen geistern jetzt als eminent destruktive Kräfte durch die Hallen des Unbewußten und bilden dort sehr tiefe Schattenbereiche, die sich in die bewußten Anteile einmischen und diese in unvorstellbarer Weise zerstalten und terrorisieren.

These 9: Jede höhere Wesenheit, jeder Guru oder (nach außen projizierte) Geistführer ist nichts anderes als eine der Personen 3. (in seltenen Fällen sogar 4.) Ordnung, der sich deshalb bei mir meldet, weil er inhaltlich zu mir gehört. Das einzige "Jenseitige" an diesen Wesenheiten besteht darin, daß Sie jenseits meines Bewußtseins (also innerhalb meines Unbewußten) sich befinden. Ihre Botschaften sind nicht etwa von Alpha Centauri, sondern aus meinem Inneren und wollen auf ein Problem in ebendiesem Inneren hinweisen. Insofern müssen diese Botschaften - so klug sie sich auch immer anhören mögen - psychodynamisch auf mich bezogen übersetzt werden. Dann machen sie Sinn.

These 10: Alle unbewußten inneren Personen der dritten (oder vierten) Art haben einen zutiefst in sie eingelassenen Mechanismus: Sie wollen an das Licht des Bewußtseins. Daran arbeiten sie, wenn auch mit Mitteln, die das Bewußtsein lange Jahre nicht versteht. Sie fühlen sich in der Diaspora der Seele, in ihrem Exil, nicht wohl. Insofern arbeiten Sie selbst an ihrer Aufdeckung. Der eigentliche Feind, der ihnen entgegensteht, ist paradoxerweise das Bewußtsein selbst. Ich will die Personen in meinem Bewußtsein nicht haben und tue alles, damit sie im Unbewußten weiterdämmern.

These 11: Den inneren Personen muß man auf ihrer jeweiligen Ebene im Inneren der Seele begegnen. Es ist wichtig, sie dort anzusprechen, wo sie sich befinden. Da die Personen 3. oder 4. Ordnung sich in der Tiefe aufhalten, muß man sich in diese Tiefen hinabbemühen, d.h. es muß ein Zustand des veränderten Bewußtseins hergestellt werden. Erprobte und ungefährliche Hilfsmittel zu diesem Zweck sind Trance, Atemtechniken, Musik und Licht.

These 12: Jede Person, die mir zu einem bestimmten Zeitpunkt aus dem Außen entgegentritt ist ein deutlicher Hinweis darauf, daß die gleichlaufende innere Person jetzt in mir bereit ist, geschaut zu werden. Diese Person ist immer 2., 3. oder 4. Ordnung. Personen erster Ordnung brauchten in meinem Leben eigentlich nicht aufzutauchen. Da sich aber in der Regel Personen der unteren Etagen in die Personen der oberen Etagen einmischen, sieht es so aus, als käme mir eine sympathische Person entgegen, eine, mit der ich mich leicht identifizieren oder in die ich mich gar verlieben kann. Derartige Personen zeigen mir im Moment ihre (d.h. meine) Zuckerseite. Im Laufe der Zeit werden Sie sich ein wenig herumdrehen, und es müssen Personen der unteren Etagen janushaft zum Vorschein kommen. Das ist der Sinn des Stückes: daß mir die weggegebenen und vertriebenen Personen sukzessive wieder zugeführt werden.

 

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